Mittwoch, November 30, 2022
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Sammelklage gegen Ledger eingeleitet?

Von dem bedeutendsten Hersteller von Hardware-Wallets, Ledger SAS, wurden im Juni 2020 Kundendaten gestohlen. In einem Internetforum wurden die Daten anschließend veröffentlicht. Persönliche Kontaktdaten und mehr als eine Million E-Mail-Adressen gaben die Hacker bekannt. Die Rechtskanzlei Scheiber will nun eine Sammelklage einreichen. Betroffene können sich nun daran beteiligen.

300.000 personenbezogenen Kundendaten und mehr als eine Million E-Mail-Adressen wurden im vergangenen Jahr bei einem Hackerangriff geleaked. Hacker nahmen den Angriff auf die E-Commerce- und Marketing-Datenbank von Ledger SAS, dem Hersteller von Hardware-Wallets. Eine weitere Schreckensmeldung folgte dann im Dezember 2020. Die sensiblen Daten konnte man auf dem Hacker-Forum Raidforums herunterladen. Von Ledger wurden außer E-Mail-Adressen auch persönliche Informationen der Kontakte gestohlen. Dazu zählen unter anderem Telefonnummern, Adressen und Namen. Nun haben Betroffene die Möglichkeit, sich an einer Sammelklage zu beteiligen. Diese vertritt die in Vaduz, in Liechtenstein, ansässige Rechtsanwaltskanzlei Scheiber.

Ein Leak mit Konsequenzen

In der Krypto-Szene hat dieser Vorfall ein großes Aufsehen erregt. Der Hack ist allerdings nicht mit Zahlungsdaten in Verbindung gewesen. Allerdings nur deshalb, weil Kunden ihre Private Keys besitzen, konnte dies zu keinem Krypto-Totalverlust der Kunden führen.

Für Betroffene hat sich der Leak jedoch auf eine andere Art und Weise zum Spießrutenlauf entwickelt. Denn das umfangreiche Datenmaterial ist seit dem damaligen Zeitpunkt öffentlich zugänglich. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Hacks hatte Ledger SAS vor vermehrten Erpressungs- und Phishingversuchen gewarnt. Nach derzeitigem Stand hat Ledher SAS bis dato 216 solcher Phishing-Websites gelöscht. Verunsicherte Kunden warnt das Unternehmen eindrucksvoll, sie sollen unter keinen Umständen ihre 24 Worte der Recovery Phrase weiterreichen.

Die Echtheit der E-Mail-Korrespondenz sollten Geschädigte demnach immer vorsichtig prüfen. Passwörter und sensible Daten wie Recovery Seeds düren demnach auf keinem Fall offenbart werden. An Ledger können alle verdächtigen Webseiten und E-Mails weitergeleitet werden. 

Den Angaben von Ledger SAS nach zu urteilen, bezieht sich der Leak vor allem auf Kunden aus dem Zeitraum Juni 2020. Ledger SAS informierte die etwa 270.000 betroffenen Kunden. Die Kunden von Ledger sollten allerdings trotzdem prüfen, ob sie sich auf der Liste befinden.

Alisa Bekric
Alisa Bekric hat ein Germanistikstudium absolviert und arbeitet als Deutschlehrerin und Gerichtsdolmetscherin. Getreu ihrem Motto „Trau Dir Alles zu und Du kannst die Besten übertreffen“ begann sie 2015 ihre Tätigkeit als Auftragstexter für Kryptoinvestment. Seit 2018 widmete sie sich schwerpunktmäßig den Themen der digitalen Währungen, insbesondere dem Bitcoin. Kryptowährungen und die damit verbunden wirtschaftliche Konsequenzen sind heute der Hauptinhalt ihrer Arbeit als Autor im Radaktionsteam.
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