Mittwoch, November 30, 2022
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Bitcoin quo vadis?

Der Kurs des Bitcoins ist in den letzten Wochen erheblich angestiegen und hat im Dezember kurzfristig die 16.000-Euro-Marke durchbrochen. Zur Jahreswende war der Kurs bereits wieder um ein Drittel zusammengebrochen. Die Frage nach dem „Wohin?“ ist also durchaus berechtigt.

Ist der Bitcoin als Zahlungsmittel attraktiv?

Aus heutiger Sicht ist der Bitcoin als Zahlungsmittel keineswegs sinnvoll. Wenn ich heute zum Beispiel eine Kneipenrechnung von 100 Euro aus meiner Bitcoinwallet bezahle und morgen steigt der Kurs um 30 %, dann ärgere ich mich und der Wirt hat richtig gut verdient. Anders herum; Wenn ich heute die Kneipenrechnung mit Bitcoin bezahle und morgen sinkt der Kurs um 30 %, dann lache ich und der Wirt macht Verlust. Also ist es doch für Beide völliger Unsinn, dieses Risiko einzugehen, da die derzeitigen Kursschwankungen einfach nicht kalkulierbar sind. Aus der bisherigen Entwicklung ist aber erkennbar, dass diejenigen die Gewinner sind, die den Bitcoin langfristig im eigenen Wallet gehalten haben. Ruhe und Gelassenheit sind, wie bei jedem anderen Investment übrigens auch, der bessere Ratgeber. Übrigens schlägt bei kleinen Transaktionen die Gebührenfalle gnadenlos zu.

Woher kommen die schwindelerregenden Kursschwankungen des Bitcoin?

In den letzten Monaten ist der Bekanntheitsgrad des Bitcoin erheblich gestiegen und zahlreiche Erfolgsgeschichten haben immer mehr Anleger auf den Plan gerufen. Ob hier auch Geschichten erfunden wurden und inwiefern die Aussagen von Abzockerportalen, die mit geschönten Versprechen Anleger anlocken wollen, hier eine Rolle spielten, sei dahin gestellt. Das ist aber nicht der alleinige Grund. Der Hauptgrund liegt doch darin, dass das System des Bitcoin endlich ist. Das programmierte Limit beträgt 21 Millionen Bitcoin, wovon derzeit weniger als 17 Millionen aktiviert sind. Mehr kann und wird es nicht geben. Theoretisch kann das geändert werden, aber damit entsteht eine neue Währung, die sich das Vertrauen noch erarbeiten muss, was der Bitcoin bereits hat. Wie bei jeder anderen Währung auch, wird der Wert wesentlich vom Vertrauen bestimmt. Wenn dieses Vertrauen schwankt, schwankt auch der Kurs.

Tausende Kryptowährungen sind einfach überflüssig

Derzeit schießen die Kryptowährungen wie Pilze aus dem Boden. Das kann technisch nicht verhindert werden, wir sich aber sicher nicht durchsetzen, weil Tausende Kryptowährungen einfach sinnlos sind. Die Sinnlosigkeit ergibt einfach aus der Tatsache, dass durch ständiges Tauschen das Eigenkapital mittels Tauschgebühren regelrecht vernichtet wird. Doch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage wird diese Dinge mittelfristig lösen. Bereits jetzt ist ja ein Trend zur Akzeptanz wenige Kryptowährungen klar erkennbar. Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Ripple (XRP) gehören zur Zeit zu den Rennern. Neben dem Litecoin (LTC) gibt es noch ein paar Kandidaten, die in der zweiten Reihe um vordere Plätze kämpfen. Ein wenig Wettbewerb belebt ja bekanntlich auch das Geschäft.

Bitcoin kontra Staatswährungen?

NEIN, genau das ist ja der Trugschluss der Pessimisten. Neben ein paar Gebärden einiger Verbotspropagandisten zeichnet sich doch ein ganz anderer Trend ab. Die ersten Bitcoinderivate sind im Umlauf. Smart Contracts mit ICOs auf der Basis des Ethereum sind bereits aktiv. Die ersten Landeswährungen auf der Basis nationaler Kryptowährungen werden mehr oder weniger geheim vorbereitet. Es sind vermutlich sehr bald nationale Kryptowährungen zu erwarten, die dann staatlich kontrolliert werden. Als Bindeglied zwischen den Landeswährungen könnten in der Übergangsphase die dezentralen Kryptowährungen dienen, wie es zum Beispiel zwischen Südkorea und Japan derzeit mit Ripple getestet wird. Dabei erscheint eine Koexistenz von herkömmlichen Landeswährungen mit Papiergeld und Kryptowährungen als angekoppelte Landeswährung durchaus sinnvoll zu sein.

Ist mit Verboten des Bitcoin zu rechnen?

Diese Frage ergibt sich aus den propagierten Überlegungen einer Politiker, die jeglichen technischen Fortschritt verteufeln wollen und eventuelle negative Auswirkungen für eigene parteiinternen Zwecke thematisieren, um Wählerstimmen einzufangen. Dies Ambitionen sind eher mit den „Maschinenstürmern“ vergangener Zeiten zu vergleichen, als mit zukunftsorientierter Wirtschaftspolitik. Sicher wird es zu diskutieren sein, inwiefern eine staatliche Kontrolle zur Vermeidung von Kriminalität und Terrorismus an dieser oder jenen Stelle durchaus notwendig sein wird. Abschließend sollte nicht unerwähnt bleiben, dass jegliche Verbote in der Geschichte unserer Zivilisation zum Abtauchen in den Untergrund geführt haben und dort deutlich mehr Schaden entstanden ist, als bei der legalen Zulassung. Auch hier sind Ruhe und Gelassenheit mehr angebracht, als hektische Euphorie.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein erfolgreiches Neues Jahr und persönliches Wohlergehen sowie Erfolg im geschäftlichen oder beruflichen Bereich. Bleiben oder werden Sie gesund und haben Sie immer ein Lächeln für ihre Nächsten übrig. Denn das Lächeln, was Sie aussenden, wird zu Ihnen zurückkehren.

Sandocan
Dieser Autor ist seit 2017 als freiberuflicher Publizist für unser Magazin als Redakteur für Digitale Währungen, Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik tätig. "Bitcoin im Einklang mit der Gesellschaft" ist seine Philosophie.
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