Dienstag, Oktober 19, 2021
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SEC-Statement zu Kryptowährungen und ICOs

Der Vorsitzende der US-amerikanischen  „Securities and Exchange Commission“ (SEC), Jay Clayton, nahm in einer öffentlichen Verlautbarung, am 11. Dezember 2017, erneut Stellung zu den Entwicklungen am Kryptowährungsmarkt. Dabei ging er besonders auf aktuelle Tendenzen beim Handel mit “initial coin offerings” (ICOs) ein.

Wer ist die „Securities and Exchange Commission“?

Hinter SEC verbirgt sich die US-amerikanische Behörde zur Wertpapieraufsicht, die die klare Aufgabe hat, den Wertpapiermarkt staatlich zu regulieren. Ihr Wirken soll dem Schutz der Anleger dienen und für faire und geordnete Verhältnisse am Kapitalmarkt zu sorgen. Mit effizienter Marktgestaltung soll die Kapitalbildung erleichtert werden. Diese Funktion gewinnt immer mehr an Bedeutung, dass sich deutlich mehr Menschen dem Börsenhandel widmen, um sich fehlendes Kapital zu beschaffen oder vorhandenes Kapital gewinnorientiert anzulegen. Ziel ist es, das wachsende Interesse an der Wirtschaft weiter anzuregen, um damit Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern, womit der Lebensstandard nachhaltig gesichert und weiter verbessert werden soll.

Rahmenaussagen von Jay Clayton

Jay Clayton stellt in seiner offiziellen Erklärung persönliche Ansichten zu Ereignissen und Tendenzen am Kryptomarkt dar. Dabei erteilt er einige Ratschläge für potentielle Anleger und Interessenten für Kryptowährungen. Der letzte Anstoß für sein Statement war vermutlich der Start des Futurehandels an der „Chicago Board Options Exchange“ (CBOE), mit Sitz in Chicago. Clayton erkennt das hohe Potenzial, was in den neuen Kryptotechnologien steckt, zweifelsfrei an. Er nimmt zu einer Reihe von Fragen Stellung, die in engen Zusammenhang mit den neuen digitalen Finanzprodukten stehen. Zu Fragen der Legalität der Kryptowährungen und der Effektivität der ICOs gibt er zahlreiche differenzierte Antworten auf die gleichen Fragen. Er teilt die Problematik am Kryptomarkt in drei Gruppen schwerpunktmäßig ein. Es sind die professionellen Anbieter, die privaten Investoren und die Wirtschaftskriminellen. Eine allgemeine Tendenz zum staatlich überwachten Handel mit Kryptowährungen ist dabei unschwer zu erkennen und sicher teilweise auch begründbar.

Unternehmen als Anbieter von ICOs

Unternehmen gehören zu den professionellen Teilnehmern am Finanzmarkt. Daraus ergibt sich auch deren besondere Verantwortung. Clayton hält zum Beispiel die ICOs für als durchaus sinnvolle Elemente der Kapitalbeschaffung, um damit kleine und mittelständische Betriebe unbürokratisch mit Kapital zu versorgen. Jedoch sollten, zum Schutz der Anleger, die Regeln des SEC eingehalten werden. In diesem Zusammenhang sieht Clayton die Kryptowährungen und ICOs nicht als Währungen an, sondern eher als Wertpapiere, welche dann auch den gesetzlichen Bestimmungen für Wertpapiere entsprechen sollten. Zwischen den Zeilen gelesen, könnte das eine letzte Warnung an die Tokenanbieter sein, die allgemeingültigen Regeln des Finanzmarktes auch einzuhalten.

Claytons Ratschläge an Anleger für Kryptowährungen

Besonders private Anleger sollten sich aufmerksam und tiefgründig mit den Angeboten befassen und klare Informationen fordern. Das trifft sowohl für die allgemeinen Kryptowährungen, wie dem Bitcoin, Ethereum, Litecoin, Ripple und all den vielen Neulingen zu, als auch in ganz besonderem Maße auf die ICOs zu. Gerade die ICOs unterliegen keiner staatlichen oder öffentlichen Kontrolle und sind deshalb leider auch das begehrte Objekt zahlreicher Betrüger und Möchtegernprofis. Besonders gefährlich ist dabei die Tatsache, das ICOs weltweit über Ländergrenzen hinaus, angeboten werden und ein nationaler Anlegerschutz somit nicht gewährleistet ist.

Klare Ansagen von Jay Clayton für die Zukunft

Clayton hat seine Behörde angewiesen, den Kryptomarkt akribisch im Auge zu behalten und alle Erscheinungen genau zu beobachten. Der Blockchaintechnologie, auf der die Kryptowährungen beruhen, sieht er zuversichtlich entgegen. So fordert er Wachsamkeit bei den Anlegern und Fairness und Transparenz von den Anbietern. Ferner bietet er allen Markteilnehmern an sich an die SEC zu wenden, wenn es die Situation gebietet. Er ermutigt alle Beteiligten, den Grundsätzen der SEC zu folgen und die Behörde in allen Instanzen tatkräftig zu unterstützen. Auch wenn Clayton es nicht klar gesagt hat, scheint eine staatliche Regulierung nicht ausgeschlossen zu sein. Verbote sind wohl eher nicht zu erwarten.

Sandocan
Dieser Autor ist seit 2017 als freiberuflicher Publizist für unser Magazin als Redakteur für Digitale Währungen, Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik tätig. "Bitcoin im Einklang mit der Gesellschaft" ist seine Philosophie.
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