Dienstag, Oktober 19, 2021
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Verbraucherwarnung vor ICOs durch das BaFin

Heute warnte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin genannt, vor Risiken mit beim Handel mit Initial Coin Offerings, kurz ICO genannt, die umgangssprachlich als Token bezeichnet werden. Es wird dabei von erheblichen Risiken gesprochen, die zum Totalverlust des Investments führen können. In diesem Zusammenhang wird auch vor Betrügern am Finanzmarkt gewarnt.

Um welche ICO-Risiken geht es?

Zunächst ist einmal klar, dass eine solche Warnung über jedem Finanzgeschäft stehen könnte. Denn eine absolute Sicherheit gibt es am Finanzmarkt nicht. Selbst Bankgarantien können den Wert einer Währung nicht garantieren, sondern immer nur die Zahlen. In der vorliegenden Verbraucherwarnung wird nun speziell vor dem Handel mit Token, den ICOs gewarnt. Sicher gibt es am Finanzmarkt immer Betrüger, vor denen man nicht genug warnen kann. Gerade beim Handel mit den ICOs ist natürlich die Gefahr des Betruges deutlich höher, als bei Werten, die der Kontrolle der Aufsichtsbehörden unterliegen.  Bei den ICOs handelt es sich um einen sogenannten Zweitmarkt, der möglicherweise gar nicht liquide ist, zumindest aber starken Kursschwankungen unterliegt. Auch wenn keine Betrugsabsicht vorliegt, ist der dieser Markt erhöht risikobehaftet, da er sich in einem äußerst frühen Stadium befindet und daher noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Alles in allem ist die Verbraucherwarnung ein Sammelsurium von Schwarzmalerei und Angsterzeugung vor dem noch Unbekanntem und Unerprobtem. So werden Smart Contracts als „schwer zu überprüfen“ bezeichnet. Letztendlich wird ein Datenschutz in frage gestellt, den es weltweit schon lange nicht mehr gibt.

Wie ist diese Verbraucherwarnung der BaFin zu den ICOs zu bewerten?

Es steht völlig außer Zweifel, dass bei Finanztransaktionen mit ICOs äußerste Vorsicht geboten ist und ein hohes Risiko, bis zum Totalverlust des gesamten Investments besteht. Das sich in einem solchen Markt auch Betrüger und Kriminelle bewegen ist leider ganz reale Normalität, aber nicht erst seit heute, sondern seit diese Welt über Geld regiert wird. Den ICOs kommt, im Zusammenhang mit den Smart Contracts, eine immer größere Bedeutung zu. Zugegeben, das steht alles noch in den Kinderschuhen. Aber ist es deshalb schlecht? Nein, es ist der Fortschritt, der die Finanzwelt sehr bald revolutionieren wird. Sicher kann ein Laie keinen Blockchain kontrollieren, aber das BIOS in seinem PC doch auch nicht. Wir meiden doch unsere PCs auch nicht, nur weil es Hacker gibt.

Die Dokumentation in den Whitepapers sollte aber sorgfältig geprüft werden, um die Vertragsbedingungen genau zu prüfen. Es muss natürlich objektiv, überschaubar und verständlich dargestellt sein. Dubiose und unverständliche oder verschleierte Angaben sind abzulehnen. Das ist doch der richtige Weg. Für Unklarheiten sollte ein Experte zurate gezogen werden, zu dem Vertrauen besteht, um die Identität, die Seriosität und auch die Bonität der Tokenanbieter auf den Prüfstand zu stellen.

Internationale Tendenzen beim Handel mit ICOs

Wenn die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht unzureichende und irreführende Angaben in den begleitenden Whitepapers der ICOs nachhaltig bemängelt, so ist vermutlich zu erwarten, dass es Bestrebungen zur Einführung erweiterter Kontrollmaßnahmen von behördlicher Seite geben wird. Damit würde die BaFin voll im Trend liegen.  Die Börsenaufsicht der vereinigten Staaten, die Securities and Exchange Commission, als SEC bekannt, hat bereits im Sommer verkündet, dass virtuelle Währungseinheiten, also auch Token, den Wertpapieren zugeordnet werden sollten oder könnten. Damit stehen in den USA deutliche Schutzmaßnahmen für die Anleger objektiv auf der Tagesordnung.  Auch aus der Schweiz, die bisher den Kryptowährungen eher ablehnend gegenüberstand, werden Bestrebungen lauter, die ICOs auf den Prüfstand der Schweizer Börsenaufsichtsbehörde zu stellen. In China und Korea wurden die ICOs kurzerhand verboten, was aber eher ein Abstellgleis in der Finanzpolitik ist. Seltsame Wege geht man in Singapur, wo Großbanken schon ein paar Unternehmen, die sich mit ICOs befassen, das Kapital gesperrt haben. In Deutschland ist mit solchen Maßnahmen wohl nicht zu rechnen, aber mit regulatorischen Eingriffen sehr wohl.

Wie sind die Aussichten für ICOs in Deutschland für 2018?

In Deutschland ist mit Maßnahmen, wie in China, Südkorea oder Singapur wohl nicht zu rechnen, aber mit regulatorischen Eingriffen sehr wohl. Ob die Ausgabe von Token in Deutschland unreguliert bleibt oder künftig reguliert wird, ist noch unklar. Die künftige neue Bundesregierung wird sich sicher damit eingehend befassen. Bis zu einer gesetzlichen Neuregelung wird der Handel mit ICOs unreguliert bleiben. Möglicherweise werden Anteile und Gutscheine anders bewertet. Es wird auch eine Rolle spielen, welche Sicherheiten die Anbieter selbst aufrufen werden. Es bleibt also weiterhin spannend, was und die Zukunft bringen wird.

Sandocan
Dieser Autor ist seit 2017 als freiberuflicher Publizist für unser Magazin als Redakteur für Digitale Währungen, Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik tätig. "Bitcoin im Einklang mit der Gesellschaft" ist seine Philosophie.
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1 KOMMENTAR

  1. Ist ja klar. Die BaFin warnt vor allem. Wenn man im Leben keine Risiken eingeht, dann spielt man nicht mit und wenn man nicht mitspielt, dann kann man auch nicht gewinnen. Wenn es nach BaFin gehen würde, dann würden wir unser Geld schön auf dem Sparbuch packen und noch Strafzinsen dafür bezahlen. BaFin, wieviel Ahnung die von Geld, Bank und Investment haben, das hat man ja bei der Wirecard AG gesehen. Cryptowährungen schaffen solche Behörden einfach mal ab. Damit sparen wir alle Geld.

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