Dienstag, November 30, 2021
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Citigroup CEO schließt staatlich geförderte Kryptowährungen nicht aus

In einem, gestern beim US-amerikanischen Business TV-Sender BLOOMBERG, veröffentlichtem Interview mit dem Chief Executive Officer (CEO) Michael Corbat, wurden staatlich geförderte Kryptowährungen nicht mehr ausgeschlossen. Die Citigroup, als ein weltweit tätiger Finanzdienstleister mit Hauptsitz in New York nimmt die Herausforderung des Bitcoin offensichtlich an. Das Interview mit dem Bankchef Corbat ist wohl als richtungweisend anzusehen.

Neue internationale Bankenstrategie gegen den Bitcoin

Im Interview kam zum Ausdruck, das die etablierten Banken das entstandene Kontrollvakuum der Großbanken nicht kampflos aufgeben werden. In den letzten Monaten hat sich herausgestellt, dass der Bitcoin und einige andere Kryptowährungen ein enormes Potential aufweisen, was nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Die digitalen alternativen Finanztransaktionen werden von immer mehr Großbanken weltweit respektiert.  In den vergangenen Wochen haben auch der CEO von Goldman-Sachs Lloyd Blankfein, der EZB-Chef und die Vertreter weitere Großbanken den Bitcoin noch nicht als Währung anerkannt, seine Existenz aber auch nicht geleugnet. Das anfängliche Belächeln als Spaßwährung ist aber nicht mehr zu spüren. Vermutlich wollen sich die Staaten mit ihren Banken auch nicht länger die Wurst vor der Nase wegschnappen lassen. Eines weiteres Themenfeld sind die Steuern und Absicherung der Staatsfinanzen. Die Regierungen Dubais und Russlands denken bereits über die Herausgabe von eigenen staatlichen Kryptowährungen nach. Auch das EU-Mitglied Estland hatte bereits im Sommer die Einführung nationalen Digitalwährung vorgeschlagen, was jedoch auf heftigen Widerstand vonseiten der EZB stieß.

Wie stehen die Chancen für den Bitcoin?

Es ist heute bereits, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, klar, dass die Nutzung der Blockchain-Technologie im bisher kommerziellen Bankensektor Einzug halten wird. Vielleicht wird in diesem oder jenem Bankvorstand noch ein personeller Wechsel stattfinden, da es offensichtlich immer noch Banker gibt, die die Zeichen der Zeit nicht verstanden haben. Doch wenn die Blockchain-Technologie einmal im Bankensektor angekommen ist, dann werden wir über Nacht digitale Währungen in allen fortschrittlichen Staaten haben, sicher parallel zum Papiergeld und den nostalgischen Münzen. Auch werden die Nationalstaaten und Währungsunionen wahrscheinlich den Begriff Kryptowährung vermeiden und eine andere Bezeichnung erfinden. Aber das ist doch völlig egal, denn auf die Blockchain-Technologie kommt es. Darin sind sich sich wohl alle Experten einig. Bleibt nun die Frage, ob der Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und die anderen dezentralen Kryptowährungen erhalten bleiben oder verschwinden werden, weil sie vielleicht eines Tages bedeutungslos sind? Das sind Fragen, die uns in Zukunft beschäftigen werden. Eine Garantie, was passieren wird, kann niemand geben.

Was sollten die Kleinanleger und Miner von Bitcoin und Ethereum nun tun?

Die Antwort ist ganz einfach: Sie sollten tun, was sie immer tun. Machen wir uns doch nichts vor. Die Einführung der Blockchain-Technologie wird in den nächsten Monaten so rasant unsere Gemüter erhitzen, das selbst die bekannten Einheitsmedien mehr darüber berichten werden, als bisher. Natürlich werden eines Tages alle Währungen mit der neuen Technologie arbeiten, wie sonst? Die neuen nationalen Digitalwährungen werden auch noch lange parallel zum Papiergeld und den Münzen bestehen. Das hat alles etwas mit Vertrauen zu tun. Eine Währung ist immer so stark, wie das Vertrauen in sie. Der Gegenwert in Gold spielt längst keine Rolle mehr. Geld wird einfach gedruckt und in Umlauf gebracht. Die im Umlauf befindliche Geldmenge wird von Zentralbanken bestimmt. Und genau das ist das Problem. Auch künftige digitale Landeswährungen und Unionswährungen werden zentral gesteuert, geregelt und kontrolliert. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen Kriminalität und Terrorismus wird sich das nicht ändern. Die Wirtschaft soll geregelt und beeinflusst werden, wie es immer war. Und genau aus diesem Grund werden weder Bitcoin noch Ethereum jemals wieder verschwinden. Die Geldmenge bei diesen Kryptowährungen kann durch keine politische oder wirtschaftliche Institution jemals geändert werden.

Banken können Pleite gehen und Staaten können sich auflösen, aber den Bitcoin in seinem Lauf halten weder Corbat noch Draghi auf.

Sandocan
Dieser Autor ist seit 2017 als freiberuflicher Publizist für unser Magazin als Redakteur für Digitale Währungen, Wirtschaftspolitik und Finanzpolitik tätig. "Bitcoin im Einklang mit der Gesellschaft" ist seine Philosophie.
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